Von der Klippe gestoßen und überlebt

In ihrem Roman Ich bin ein Schicksal führt Rachel Kushner ihre Leser in ein Gefängnis.
Von Elke Schmitter

RACHEL KUSH­NER IST EINE be­mer­kens­wer­te Au­to­rin. Ihre Su­jets – Mo­tor­rad­ren­nen, Stra­ßen­kämp­fe, die ku­ba­ni­sche Re­vo­lu­ti­on und nun die Par­al­lel­welt der Ge­fäng­nis­se – sind nicht un­be­dingt das, was man von ei­ner Re­dak­teu­rin ei­nes ame­ri­ka­ni­schen Li­te­ra­tur­ma­ga­zins er­war­ten wür­de. Ihr Stil ist im bes­ten Sin­ne eklek­tisch; mal sach­lich und nüch­tern, dann wie­der prun­kend mit über­ra­schen­den Bil­dern. Ihre Dia­lo­ge sind schein­bar all­tags­ge­treu, aber ganz ohne Red­un­danz. Die Plots ih­rer drei Ro­ma­ne sind ziem­lich an­spruchs­voll – ein gan­zes Bün­del re­le­van­ter Fi­gu­ren, die aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven er­zäh­len. Vor al­lem aber ist Kush­ner eine Au­to­rin, die ge­dul­dig und lan­ge re­cher­chiert, die sich frem­de Wirk­lich­kei­ten er­obert, um sie dann in Fik­ti­on zu ver­wan­deln; ein auf­wen­di­ges Ver­fah­ren, das für ih­ren jetzt er­schie­ne­nen Ro­man meh­re­re Jah­re er­for­dert hat.

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