Hitlers Helfer, privat

Der französische Schriftsteller Olivier Guez beschreibt in einem Roman Das Verschwinden des Josef Mengele. Dabei schreckt er nicht davor zurück, auch das Sexualleben seiner Hauptfigur auszumalen.
Von Wolfgang Höbel

Aus­riss aus dem bra­si­lia­ni­schen Pass, mit dem Men­ge­le ver­mut­lich un­ter­tauch­te

DIE­SES BUCH IST RICH­TIG, not­wen­dig, er­schüt­ternd – und ein sprach­li­ches Un­glück. Der fran­zö­si­sche Au­tor Oli­vier Guez forscht Jo­sef Men­ge­le hin­ter­her, dem Na­zi­tä­ter, der als so­ge­nann­ter La­ger­arzt an der Ram­pe des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Ausch­witz oft per­sön­lich ent­schied, wel­che neu an­ge­kom­me­nen Kin­der, Frau­en und Män­ner so­fort in den Gas­kam­mern er­mor­det wur­den, wer zur Ar­beit im KZ ein­ge­teilt wur­de und an wem er grau­sa­me me­di­zi­ni­sche Ver­su­che vor­neh­men woll­te. Der Au­tor Guez be­zeich­net den be­den­ken­los mor­den­den Dok­tor Men­ge­le un­ter an­de­rem als »Mus­ter­an­ge­stell­ten der To­des­fa­bri­ken«, als »Al­che­mist des neu­en Men­schen« und »Mör­der Roms, Athens und Je­ru­sa­lems«. Das liest sich oft merk­wür­dig ver­dreht. Noch selt­sa­mer ist es, wenn Guez beim Be­schrei­ben Hit­ler­deutsch­lands im Jahr 1940 in Me­ta­phern schwelgt: »Der Vul­kan Hit­ler hyp­no­ti­sier­te die Mas­sen.«

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