Hundert Flüche, hundert Segenswünsche

Von Ronya Othmann
Meine jesidische Familie floh aus der Türkei, aus dem Irak, aus Syrien. Mein Vater lebt in Deutschland und will in Kurdistan begraben sein – in einem Land, das es nie gab. In seiner Geburtsurkunde steht: Adschnabi, Ausländer.

Ro­nya Oth­mann, 24, stu­diert am Deut­schen Li­te­ra­tur­in­sti­tut in Leip­zig. Im ver­gan­ge­nen Jahr er­hielt sie den Nach­wuchs­preis »Open Mike« in der Ka­te­go­rie Ly­rik.

EINE BLU­ME, GRÜN, rot und gelb. Spät­nach­mit­ta­ge lang bin ich mei­ner Groß­mut­ter durch den Gar­ten ge­folgt. Ih­rem ge­blüm­ten Rock, ih­rer bun­ten Schür­ze, ih­rem Kopf­tuch. Mit dem Was­ser­schlauch vom Brun­nen im Hof in die hin­ters­ten Ecken des Gar­tens, wo man über die Fel­der in das wei­te Land se­hen konn­te. In der Fer­ne die Ber­ge, die tür­ki­sche Gren­ze.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2018.