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April Ay­ers Law­son

Missbrauch, Schweigen und das Licht, das Virginia Woolf anmachte

ICH WAR EIN KIND, noch auf der Grund­schu­le, als es ge­schah. Da­nach schien es jah­re­lang nicht wich­tig zu sein. Ja, ich zupf­te zwang­haft an mei­nen Lip­pen, bis sie blu­te­ten (nur eine schlech­te An­ge­wohn­heit). Ja, ich war ver­schlos­sen und in mich ge­kehrt, und ein Jahr lang sag­te ich in der Schu­le kein Wort (nur schüch­tern). Ja, ich schlug zor­nig um mich, wenn ich mal wie­der in ei­nen be­nom­me­nen Däm­mer­zu­stand ver­fal­len war und je­mand aus mei­ner Fa­mi­lie mich an­spre­chen woll­te (Teen­ager sind eben lau­nisch). Ich fürch­te­te mich, abends ins Bett zu ge­hen, denn so­bald ich im Bett lag, be­kam ich Angst – wo­vor? Ich wuss­te es nicht ge­nau. Ich hielt mich für ab­grund­tief häss­lich und er­in­ne­re mich, dass ich ein­mal al­len Mut zu­sam­men­nahm und eine Freun­din ver­trau­lich frag­te: „Was stimmt nicht mit mei­nem Aus­se­hen?“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2018.